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  • Kölner Musikgeschichten

Erlebnisse aus Istanbul – Studentische Perspektiven

Gruppenfoto mehrerer Personen vor einer Mauer

Die Exkursion nach Istanbul war für uns alle eine außergewöhnliche Gelegenheit, die kulturellen und musikalischen Facetten einer der faszinierendsten Städte der Welt zu erleben. Die Erfahrungen und Eindrücke, die wir gemeinsam sammelten, reichten von tiefen, persönlichen Entdeckungen bis hin zu wissenschaftlichen Reflexionen über die Rolle der Musik in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft. 

Istanbul, als Schnittpunkt von Kulturen, Religionen und Geschichte, beeindruckte uns mit ihrer Fähigkeit, Gegensätze zu verbinden. „Die Stadt selbst ist für mich persönlich europäisch und orientalisch zugleich“, so beschreibt Aliya Turetayeva ihren Eindruck. Die Vielzahl an Moscheen, Kirchen und Synagogen gibt der Stadt nicht nur ihre einzigartige religiöse Vielfalt, sondern auch eine besondere geistliche Atmosphäre, die sich auf die Menschen und ihre Musik auswirkt. Für Dorotheos Sokratous war besonders der Besuch der Hagia Sophia ein bewegender Moment.

„Dieser Ort, der für griechisch-orthodoxe Christen von großer Bedeutung ist, ließ mich die Religiosität und die kulturellen Wurzeln, die sowohl die griechische als auch die zypriotische Identität prägen, auf eine neue Art und Weise spüren.“

Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse, die hier aufeinandertreffen, bilden eine einzigartige Mischung, die die Stadt zu einem lebendigen Zeugnis für den Austausch und die Bereicherung zwischen den Kulturen macht. Die Musik, die tief in der Tradition der Stadt verwurzelt ist, spielte eine zentrale Rolle in unserer Reise. Dominik Jakobs erinnert sich an die Eindrücke, die er bei seinem Besuch der Istanbul University und des Galata Mevlihanesi Museums sammelte. Besonders die Auseinandersetzung mit der osmanischen Musik und den Fragen der Geschlechtertrennung und des musikalischen Austauschs haben ihn nachhaltig beschäftigt. Ein weiteres Highlight war der Besuch einer armenisch-orthodoxen Kirche im Stadtteil Balat, bei dem er erstmals einen mit Gesang begleiteten Gottesdienst erlebte. Maristella Schulenberg beschreibt ihre Erfahrung mit der Ney-Flöte in einem Musikgeschäft:

„Ein besonderer Moment war der Besuch eines Musikladens, in dem uns der Verkäufer – und Hersteller der Instrumente – die Ney näherbrachte. Dabei wurde mir wieder bewusst, wie stark wir durch unsere Musik miteinander verbunden sind.“

Nicht nur die Stadt selbst, sondern auch der gesellschaftliche Wandel, den wir während unserer Zeit in Istanbul beobachten konnten, hat uns zum Nachdenken angeregt. Patrick Witte hebt hervor, wie wichtig es ist, die Verantwortung im wissenschaftlichen Diskurs zu reflektieren. „Unser wissenschaftliches Sprechen über andere muss sich an ethischen Zielen orientieren und mit einem engen Dialog und Austausch mit den Kulturträger*innen verbunden sein“, so Witte. Die Auseinandersetzung mit der politischen Dimension von Kultur war auch für Benjamin Bosbach von Bedeutung: „Die ständige Präsenz von Kameras in Istanbul ließ mich immer wieder über das Verhältnis zwischen Kultur und Politik nachdenken.“

Für Marie Deregowski war die Exkursion eine Möglichkeit, „die westliche Brille“ abzulegen und eine neue Perspektive auf das Fremde zu gewinnen. „Ich habe es sehr genossen, eine Woche lang in eine mir zuvor unbekannte Stadt einzutauchen – und das in einer so fröhlichen, interessierten und aufmerksamen Gruppe“, erzählt sie. Besonders der Besuch in einer Jazz-Bar, in der die Musiker mit einer Mischung aus vertrauten und fremden Klängen improvisierten, hinterließ bei ihr einen bleibenden Eindruck.

Die Reise nach Istanbul war nicht nur eine Entdeckungsreise zu einer Stadt, sondern auch eine persönliche, wissenschaftliche und künstlerische Auseinandersetzung mit den komplexen Verhältnissen zwischen Musik, Kultur, Geschichte und Politik. Sie hat uns alle bereichert und wird unsere zukünftigen Arbeiten und Perspektiven nachhaltig prägen. „Diese Stadt erzählt uns ihre Geschichten“, so fasst es Katharina Koch zusammen, „eine Stadt voller Begegnungen, Musik und Inspiration.“

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